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Il Sole 24 Ore - Italien | Freitag, 10. Februar 2012

EZB zu passiv in der Krise

Der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi hat am Donnerstag bestätigt, dass die EZB den Leitzins bei einem Prozent belassen und sich nicht am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen werde. Die EZB ist viel zu zurückhaltend, beklagt die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Worauf die EZB wartet ist klar: Am Ende des Monats ist die zweite Liquiditäts-Spritze fällig, die dem Bankwesen neue Impulse geben soll. Nur scheint die EZB dabei ein wenig zu passiv zu sein. Sie unternimmt keine eigenen Schritte, sondern fügt sich nur den Umständen. Sie gibt Geld, aber nur so viel wie die Banken wollen. Zudem ist die EZB zur Neutralität gegenüber den einzelnen Ländern verpflichtet. Sie lässt den Markt entscheiden, ob, welche und wie viele Staatsanleihen sie gegen frisches Geld annimmt. Doch so vermittelt die EZB den Eindruck, ihrer schweren Aufgabe die Inflation zu steuern, die das A und O der Geldpolitik ist, nicht gerecht zu werden. … Draghi hat mehrfach auf die große Ungewissheit der Situation hingewiesen. Nur was die EZB in dieser ungewissen Situation bereit ist zu tun, ist nicht bekannt. Die EZB ergreift nicht nur keine Initiative, sondern sie scheint auch nicht in die Zukunft schauen zu wollen."

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