Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 2. März 2007
Bratislava entdeckt die Donau
Ulrich Schmid berichtet über die Stadtentwicklung in der slowakischen Hauptstadt Bratislava, der in den kommenden Jahren "ein umfassendes Facelifting" bevorsteht. "Augenscheinlich haben die internationalen Investoren beschlossen, dass die in Westeuropa unbeliebte, linkspopulistisch-xenophobe Regierung von Ministerpräsident Robert Fico entweder nicht ganz ernst zu nehmen ist oder aber schon bald Geschichte sein wird. Keines der großen slowakischen Bauprojekte ist abgeblasen worden, es wird investiert wie eh und je." Als herausragendes Beispiel nennt er "das gigantische Projekt 'Eurovea' der irischen Immobilienfirma Ballymore. Vorgesehen ist eine Siedlung mit rund 250 Wohnungen, nahe der Innenstadt, gehalten in der postmodernen Formensprache, wie sie mittlerweile überall in Europa Usus ist. Vor allem die Idee, die Donau wieder mehr ins Stadtbild zu integrieren, leuchtet ein. Im Gegensatz zu vielen mitteleuropäischen Orten mit kleinen Flüssen finden sich an der unteren Donau fast nur noch so genannte Einuferstädte. Der Fluss ist zu breit, er trennt mehr, als er vereint, und Brücken sind gewaltige städtische Projekte, keine bequemen Verbindungen."
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