Mladá fronta Dnes - Tschechien | Donnerstag, 20. November 2008
Lieber Merkel küssen als Bären umarmen
In einem Gastbeitrag für die liberale Tageszeitung Mladá fronta DNES verteidigt Tschechiens Premier Mirek Topolánek den Lissabon-Vertrag gegen die vehemente Kritik von Präsident Václav Klaus: "EU und Nato sind fester Bestandteil unserer Außenpolitik der Nachwendezeit. Sie sind ein Puffer gegen die Großmachtambitionen Moskaus. Es ist deshalb weit besser, wenn ich als Reaktion auf die Lissabon-Kritik von Klaus Küsschen mit der deutschen Kanzlerin austausche, statt den russischen Bären zu umarmen. ... Schadet Lissabon den tschechischen nationalen Interessen? Wer das bejaht, muss nach A auch B sagen: In diesem Fall ist es geboten, aus der Union auszutreten. Schon als Klaus den Antrag zur EU-Mitgliedschaft unterschrieb, war klar, dass wir einen Teil unserer Souveränität verlieren würden. Dafür bekamen wir Zugang zum gemeinsamen Markt, zu einem Raum der Freiheit, Sicherheit und Prosperität. ... Die Frage lautet nicht: Lissabon oder nichts. Die tatsächliche Wahl heißt Lissabon oder Moskau."
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