Navigation

 
La Repubblica - Italien | Montag, 5. Januar 2009

Der Vatikan, die italienischen Gesetze und die Autonomie des Staates

Ende Dezember hat der Vatikan entschieden, in Zukunft die italienische Rechtsprechung nicht mehr automatisch gelten zu lassen. Der Vatikan begründete dies einerseits mit der Widersprüchlichkeit einiger Gesetze, andererseits mit der Nichtkonformität der römisch-katholischen Kirche mit einigen Positionen. Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica meint, dass dadurch die Integrität der italienischen Gesellschaft unterminiert werde: "Die Welt ist groß, aber Italien ist nah. Seine Rechtsprechung wird fortan einer konstanten ethischen Überwachung unterzogen. ... Die neue Linie des Vatikans kann Loyalitätskonflikte unter den Katholiken (im Parlament) entfachen, die zwischen ihren zivilen Pflichten und der vorbeugenden Ankündigung der Ablehnung des Vatikans eben dieser Pflichten und Rechte ... hin und hergerissen sind. … Der Loyalitätskonflikt kann weit über die Mauern des Parlaments hinausgehen und die schon angeschlagene Integrität einer Gesellschaft zerstören. Zur Diskussion stehen die Autonomie und der Laizismus des Staates, das Schicksal der Freiheit."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 5. Januar 2009

Weitere Inhalte