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Der Standard - Österreich | Mittwoch, 22. Februar 2012

Israels Angriffspläne gegen Iran offenlegen

Der israelische Premier Benjamin Netanyahu hat sich am Montag bei den USA beschwert über US-Generalstabschef Martin Dempsey, der in einem Interview einen möglich Militärschlag Israels gegen Iran skeptisch beurteilt hatte. Statt zu taktieren, sollte Israel mögliche Angriffsszenarien offenlegen und vor allem realistisch beurteilen, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Der israelische Ärger könnte ... heißen, dass eine öffentliche kritische Debatte deshalb unerwünscht ist, weil sie auch in Israel die öffentliche Zustimmung zu einem Angriff schwächt, der bereits in Planung ist. Umso wichtiger wäre jedoch eine radikale Offenlegung aller möglichen Szenarien. Gerade die jüngste Vergangenheit im Nahen Osten ist gespickt mit Fällen, in denen die verantwortlichen Politiker auf ihre eigenen Prognosen, wie denn dieses und jenes verlaufen werde, hereinfielen. Das eklatanteste Beispiel ist natürlich der Irakkrieg 2003, aber auch Israels Libanonkrieg 2006 fällt in diese Kategorie. In diesem Sinne sollte man etwa damit aufhören, überhaupt vom 'Militärschlag' zu reden. Es wäre eine längere militärische Operation, ein Krieg, der sich auch nicht auf den Iran beschränken, sondern dessen Verbündete im Libanon, Syrien und Gaza einbeziehen würde."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 22. Februar 2012

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