Der Standard - Österreich | Donnerstag, 10. Mai 2012
An Boykott gegen Ukraine festhalten
Die inhaftierte ukrainische Ex-Premierministerin Julia Timoschenko ist am Mittwoch in ein Krankenhaus verlegt worden, wo sie ein deutscher Arzt behandelt. Die internationalen Proteste gegen Timoschenkos Haftbedingungen und der Druck aus Brüssel haben gewirkt, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, aber das sollte für die EU-Staaten kein Grund sein "ihren Boykott zu beenden und Vertreter zur EURO in die Ukraine zu senden. Denn weder die Haftbedingungen Timoschenkos noch der Prozess gegen sie sind Janukowitschs größte Sünden: Viel schwerer wiegt, dass die ohnehin grassierende Korruption im Land unter diesem Präsidenten weiter zugenommen hat. Janukowitsch umgibt eine Clique von Oligarchen, die auf politische Entscheidungen und Gerichte Einfluss nehmen und damit den Rechtsstaat unterminieren. Es ist eine Günstlingswirtschaft, von der nur wenige profitieren, die meisten aber Schaden nehmen. Dagegen ein Zeichen zu setzen wäre noch viel wichtiger als eines gegen die Verfolgung Timoschenkos."
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