De Volkskrant - Niederlande | Montag, 14. Mai 2012
Europas Druck auf Griechenland ist gefährlich
Griechenlands Präsidenten Karolos Papoulias ist es am Sonntag nicht gelungen, die griechischen Parteien zur Regierungsbildung zu bewegen. Damit werden Neuwahlen wahrscheinlicher, bei denen das Linksbündnis Syriza unter Alexis Tsipras stärkste Kraft werden dürfte. Auch wenn dadurch eine große politische Unsicherheit droht, dürfen die europäischen Führer Griechenland nicht unter Druck setzen, glaubt die linksliberale Tageszeitung De Volkskrant: "Das Land wird wahrscheinlich auf einen Austritt aus der Euro-Zone zusteuern. Griechenland wird dann jahrelang keine ausländischen Kredite mehr bekommen, noch mehr Unternehmen gehen pleite und es wird wahrscheinlich einen Bank Run geben, weil die Menschen ihre Euros vor dem Wechsel zu einer neuen Währung abheben wollen. ... Auch für den Rest der EU bedeuten Neuwahlen in Griechenland mehr Unsicherheit. Aber wenn europäische Führer die Griechen zu sehr unter Druck setzen, gehen sie das Risiko ein, gerade den Gegnern der Sparmaßnahmen in die Hand zu spielen. Die Griechen müssen am Ende selbst entscheiden, wie es mit ihrem Land weitergeht."
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