Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 6. Juni 2012
Opfer bringen für Euro-Bonds
In der Diskussion um Auswege aus der Bankenkrise in Spanien hat sich Premier Mariano Rajoy am Dienstag in Madrid erstmals öffentlich für die Einführung von Euro-Bonds ausgesprochen. Doch für dieses Projekt müssten Frankreich und Deutschland ihre kostbarsten Schätze einbringen, erklärt die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Euro-Bonds zur Finanzierung der Staatsschulden ohne eine stärkere Einigung und Demokratisierung Europas … darf es nicht geben. Wieso sollen die Deutschen für Schulden anderer Staaten haften, wenn sie nicht über deren Budget-, Wirtschafts- und Strukturpolitik mitbestimmen können? Zugespitzt formuliert: Wenn die Franzosen ihre Arbeitswoche nach 35 Stunden beenden, mit 60 Jahren in Rente gehen und Zehntausende neue Beamte einstellen, müssen dann die Deutschen für daraus folgende Defizite einstehen? Weder das Bundesverfassungsgericht noch die deutschen Wähler würden dem zustimmen. ... Wenn der Euro und das historisch beispiellose Projekt vom geeinten Europa gerettet werden sollen, müssen seine beiden stärksten Staaten ihre kostbarsten Schätze einbringen: Deutschland sein Geld und Frankreich seine Souveränität."
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