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Der Standard - Österreich | Donnerstag, 5. Oktober 2006

Josef Kirchengast über die Rolle der Populisten in der Demokratie

"Als Seismograf sind Populisten für die Demokratie geradezu unentbehrlich", schreibt Josef Kirchengast mit Blick auf die Erfolge von Populisten in Ost- und Westeuropa. "Sie verdeutlichen nicht nur - durch Überzeichnung - vorhandene Probleme, sondern legen damit auch grundsätzliche demokratische Defizite offen, vor allem ein gestörtes Verhältnis zwischen den Bürgern und ihren Repräsentanten. Und genau deshalb tun sich die europäischen Demokratien, im Osten wie im Westen, mit den Populisten so schwer. Im Westen ist es das immer drängendere Problem der Immigration und Integration, das populistischen Gruppen und Politikern den Nährboden liefert; im Osten sind es vor allem die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Transformation nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Die Probleme unterscheiden sich, aber die Versuche, mit dem Populismus zurechtzukommen, sind ähnlich. Ausgrenzen, Hereinnehmen, inhaltliche Annäherung: Das sind im Wesentlichen die Ansätze, populistische Bewegungen zu entschärfen. Teilweise überschneiden sie sich. Allen gemeinsam ist, dass sie nur beschränkt erfolgreich, mitunter sogar kontraproduktiv sind."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 5. Oktober 2006

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