Rzeczpospolita - Polen | Mittwoch, 11. Juli 2012
Insolvenzen helfen Polen bei Entwicklung
Das polnische Wirtschaftsministerium hat am Dienstag angedeutet, dass der Staat die Baufirmen übernehmen könnte, die finanziell angeschlagen sind, weil sie sich bei Aufträgen für die Fußball-Europameisterschaft verkalkuliert haben. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita hält das für falsch: "Eine Insolvenz ist doch im Kapitalismus kein Nachteil. Im Gegenteil: Sie ist ein Vorteil! Das Vermögen der zahlungsunfähigen Unternehmen geht doch nicht verloren, sondern wird auf einer Versteigerung durch den Gerichtsvollzieher verkauft. Und diejenigen, die besser wirtschaften als die Insolvenzfirmen, kaufen es. Und das sind dann die Firmen, die sorgfältig mit ihrem Vermögen umgegangen sind und eben nicht Pleite gegangen sind. Das heißt, sie werden es sinnvoller verwenden und Arbeitsplätze schaffen. Vielleicht werden aber auch sie Fehler machen und müssen dann ebenfalls Zahlungsunfähigkeit anmelden. Aber dann werden sie eben wieder von den nächsten übernommen, die die entsprechenden Fehler vermieden haben und das Vermögen erneut besser einsetzen. Und genau durch diese fortwährende Entwicklung gibt es immer einen Fortschritt."
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