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Valstybė - Litauen | Mittwoch, 11. Juli 2012

Žygimantas Mauricas über europäische Fischer ohne Angel

Die EU-Strukturpolitik ist völlig falsch angelegt und hat deshalb ihr wichtigstes Ziel verfehlt, meint Žygimantas Mauricas, Ökonom bei der Nordea Bank Lietuva, in der Monatszeitschrift Valstybė: "Ein altes chinesisches Sprichwort lautet: 'Gib einem Menschen einen Fisch und er hat einen Tag zu Essen. Gib ihm eine Angel und er wird sein ganzes Leben lang satt werden.' ... Doch die EU-Bürokraten haben sich etwas Besseres ausgedacht: Geben wir den Menschen ein Schiff, statten wir sie mit nagelneuer Fischerkleidung aus und geben wir ihnen noch einige Fische in die Hand, damit es solider aussieht. Und dann steht vor ihren Augen ein richtiger europäischer Fischer! Das Problem ist nur, dass sie dabei die Angel vergessen haben. ... Das wichtigste Ziel des EU-Strukturfonds besteht darin, die wirtschaftlichen Differenzen zwischen den reichsten und den ärmsten EU-Regionen zu verringern. Er war als eine Art zweite Etappe des Marshall-Plans gedacht. ... Doch die EU-Unterstützung hat in vielen Fällen die ärmeren Länder sogar daran gehindert, zu den Vorreitern Europas aufzuschließen. Denn die Einwohner nutzen ihre Kreativität und Energie nicht für die Entwicklung der Industrie, sondern für die gegenseitige Konkurrenz um die Verwendung (oder Aneignung) von EU-Strukturgeldern."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 11. Juli 2012

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