Le Quotidien - Luxemburg | Mittwoch, 11. Juli 2012
Junckers Opfer ist sein Triumph
Auf ihrem Treffen am Dienstag haben die Finanzminister der Euro-Gruppe ihrem bisherigen Chef Jean-Claude Juncker ein neues Mandat für maximal zweieinhalb Jahren erteilt. Für Juncker ist dies ein Triumph, obwohl er als amtsmüde gilt, analysiert die linksliberale Tageszeitung Le Quotidien: "Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, der ernsthaft mit dem Posten geliebäugelt hatte, ging leer aus. Die Eintracht der beiden mächtigsten Länder Europas [Deutschland und Frankreich] scheint geschwächt, was Juncker, der schon der Dominanz des Paares Merkozy misstrauisch gegenübergestanden hatte, nicht ohne Zufriedenheit registriert haben dürfte. Doch der größte Triumph Junckers ist der Kompromiss, den er mit der Verlängerung seines Mandats verknüpft hat. Die Bedingung, die der [luxemburgische] Premier gestellt hat, dürfte nach mehreren vergeblichen Versuchen dem Chef der luxemburgischen Zentralbank, Yves Mersch, endlich die Türen zum EZB-Vorstand öffnen. Dieser geschickte Schachzug Junckers, sein 'Opfer', sichert den Platz Luxemburgs auf der europäischen Bühne."
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