Neatkarīgā - Lettland | Mittwoch, 18. Juli 2012
Ländliches Lettland leidet unter Abwanderung
Lettlands Sozialministerin Ilze Viņķele hat angeregt, dass der Staat den Umzug von Arbeitslosen fördern soll, die an einem anderen Ort eine Stelle gefunden haben. Weil das die Abwanderung vom Land in die Stadt befördern könnte, sieht die Tagszeitung Neatkarīgā die Idee kritisch: "Egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitsloser, die Bevölkerung ist das Wichtigste auf dem Land. Meistens bleiben die Menschen sowieso lieber dort, wo ihre Wurzeln, ihre Familie und ihre Bekannten sind, und pendeln zur Arbeit. Deshalb ist die öffentliche Unterstützung für Pendler begrüßenswerter. Aber auch sie kann nur eine kurzfristige Lösung sein. ... Langfristig müssen die Unternehmen motiviert werden, auf dem Land zu investieren, und der Staat sollte beim Umzug eher Spezialisten unterstützen, die von der Stadt aufs Land gehen. Das gilt besonders für Lettgallen [Region im Osten Lettlands], wo nach Umfragen das größte Investitionshemmnis im Mangel qualifizierter Arbeitskräfte liegt. Und damit sind wir bei einem altbekannten Problem: dem Fehlen einer Strategie für regionale Entwicklung."
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