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Berliner Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 18. Juli 2012

Europa muss Horthy-Kult in Ungarn bremsen

Die europäischen Politiker echauffieren sich zu Recht über die Entwicklungen in Rumänien, doch dass sie gleichzeitig zur Situation in Ungarn schweigen, darf nicht sein, findet die linksliberale Berliner Zeitung, denn "dort tobt seit der Machtübernahme des rechtskonservativen Viktor Orban ein Kulturkampf, in dem alle Werte neu ausgerichtet werden. … Dem Reichsverweser [Miklós Horthy], der zwischen 1920 und 1944 an der Macht war, werden derzeit an vielen Orten Denkmäler errichtet, Straßen werden umbenannt. Horthy ist mitverantwortlich für die Vernichtung der ungarischen Juden, auch wenn sie erst nach seinem Sturz systematisch betrieben wurde. Es war Horthy, der die diskriminierenden Judengesetze 1938 unterzeichnete. ... Protest gegen solcherart Geschichtsrevisionismus regt sich außerhalb Europas. Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel gab seinen ungarischen Verdienstorden zurück. In einem Brief an den Parlamentspräsidenten Laszlo Köver schrieb er erbost, die Behörden ließen es zu, dass 'die tragischen und kriminellen Episoden in Ungarns Vergangenheit schöngefärbt werden'. Köver ist in Israel inzwischen eine unerwünschte Person. ... Man wünschte sich, auch europäische Politiker würden nicht länger schweigen."

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