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Kathimerini - Griechenland | Freitag, 20. Juli 2012

Griechen verstehen bei Souveränität keinen Spaß

Am Dienstag ist das 100-jährige Abkommen abgelaufen, mit dem sich 1912 die in der nördlichen Ägäis gelegene Insel Ikaria die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erkämpft und Griechenland angeschlossen hatte. Dies nahm die italienische Tageszeitung Libero am Montag zum Anlass für eine scherzhafte Meldung, wonach die Insulaner nun an die Trennung von Athen und die Angliederung an Österreich denken. Über die heftigen Reaktionen, die das in Athen auslöste, wundert sich die konservative Tageszeitung Kathimerini: "Dies ist ein weiterer Beweis für das völlige Fehlen von Humor einerseits und für völlig hysterische Reflexe andererseits, die auftreten, sobald der geringste Verdacht entstehen könnte, dass wir unsere Souveränität an andere abgeben. … Und dieses ganze Theater findet statt, während im Rest Europas eine ernsthafte Diskussion im Gange ist über die Verlagerung der Souveränität der Euro-Länder und den Aufbau einer politischen Union. Es ist also nicht nur Griechenlands Schwäche bei den Wirtschaftsreformen, die das Land aus der Euro-Zone treibt. Es sind eben auch unser komplexbeladenes Festhalten an Verschwörungstheorien und unser nationalistischer Infantilismus, die uns daran hindern, unser Land zu modernisieren und den globalen Entwicklungen zu folgen."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 20. Juli 2012

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