Financial Times - Großbritannien | Dienstag, 24. Juli 2012
Martin Feldstein sieht Lösung der Krise in Euro-Abwertung
Mit Blick auf die krisengeplagten Volkswirtschaften Spaniens und Griechenlands erläutert Martin Feldstein, Wirtschaftsprofessor der Harvard-Universität, in einem Gastbeitrag für die wirtschaftsliberale Tageszeitung Financial Times, wie eine günstigere Gemeinschaftswährung die Rettung bringen könnte: "Die Abwertung des Euros würde einerseits die Kosten für Exporte senken, andererseits die Kosten für Importe erhöhen, womit das aktuelle Leistungsbilanzdefizit europäischer Randstaaten reduziert oder gar eliminiert würde - denn deren Handel erfolgt zur Hälfte mit Ländern außerhalb der Euro-Zone. Ein schwacher Euro würde zudem deutsche Nettoexporte ankurbeln, deutsche Löhne und Preise erhöhen und das Handelsungleichgewicht in der Euro-Zone ausbalancieren. Eine Erhöhung der Nettoexporte der Randstaaten würde deren Bruttoinlandsprodukt anheben und somit ihre Rezession beenden, die erst durch höhere Steuern und staatliche Sparmaßnahmen entstanden ist. So wäre es politisch auch einfacher, die nötige Konsolidierung der Finanzen zu erreichen. Wenn die Rezession also in Wachstum umgekehrt wird, würde das gewerbliche Einkünfte und die Beschäftigungsraten erhöhen, womit faule Kredite und Zahlungsausfälle bei Hypotheken, die die Banken jetzt plagen, gesenkt würden."
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