Der Standard - Österreich | Mittwoch, 25. Juli 2012
Vorarlberg setzt Konservatismus beinhart um
Nach dem Urteil des Kölner Landgerichts zur religiösen Beschneidung hat sich der Vorarlberger Landeshauptmann von der konservativen ÖVP, Markus Wallner, gegen eine Beschneidung in Österreichs Krankenhäusern ausgesprochen. Das ist nicht nur ein Symptom der Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen FPÖ, sondern konservativer Mainstream, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Nun kann man die Rechtsfrage, ob die Entfernung der Vorhaut bei Unmündigen eine Körperverletzung ist oder nicht, durchaus diskutieren. Die Vorgangsweise in Österreichs Spitälern ist da uneinheitlich, im Justizministerium will man keine Einschätzung abgeben. ... Aber das Problem in Vorarlberg geht tiefer. Bei der Landtagswahl 2009 kamen ÖVP und FPÖ auf eine Dreiviertelmehrheit - und damit setzen sie ihre konservative Weltsicht beinhart um. Es geht nicht nur um Minarette und Beschneidungen. Auch Abtreibungen werden in keinem Spital im Ländle vorgenommen. Was Frauen zu weiten Reisen zwingt - oder zur Engelmacherin."
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