Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 26. Juli 2012
Olympia verkommt zur Imagepflege
Olympia ist so gigantisch geworden, dass sich eines Tages nur noch Länder wie Aserbaidschan oder Katar die Spiele leisten werden, um ihren Ruf aufzupolieren, warnt die liberale Wochenzeitung Die Zeit: "Für die Sommerspiele in acht Jahren hat Rom seine Bewerbung schon zurückgezogen - die der Bevölkerung wegen der Finanzkrise nicht zu vermitteln wäre. Madrid ist zwar noch im Rennen, dürfte aber kaum durchhalten, wenn Spanien weiter der Staatsbankrott droht. Der dritte Kandidat Tokio leidet noch unter den Folgen von Tsunami und Atomkatastrophe. … London … sollte der Gegenentwurf zum chinesischen Staatsgigantismus werden, mit einem rückbaubaren Olympiastadion und einer Ballsporthalle zum Recyceln als zentralen Symbolbauten. Doch auch diese Spiele kosten rund zwölf Milliarden Euro und müssen von einer Armee britischer Soldaten gesichert werden. … Olympia … darf nicht so gigantisch werden, dass selbst große, wohlhabende Gesellschaften damit heillos überfordert sind. Wirklich nachhaltig wird das größte Fest der Weltgesellschaft nur dann sein, wenn es dem Größenwahn widersteht."
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