Večer - Slowenien | Montag, 30. Juli 2012
Syrien: Staatengemeinschaft tanzt blutigen Tango
Syrische Regierungstruppen haben am Wochenende ihre Offensive gegen die Wirtschaftsmetropole Aleppo verstärkt. Rund 200.000 Menschen sind nach Schätzungen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds aus der Stadt geflohen. Die konservative Tageszeitung Večer kritisiert die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft: "In Syrien herrschen die verschiedensten geostrategischen Interessen vor, so dass niemand irgendjemandem etwas übelnimmt. Die westliche Welt verübelt Russland und China nicht, dass sie im UN-Sicherheitsrat jede Resolution blockieren, die Assads Regime zumindest ein wenig treffen würde. Und auch Israel als einziger regionaler Atommacht wird seine Teilnahmslosigkeit nicht verübelt, da das Land offensichtlich ein Ass im Ärmel bereithält für einen möglichen Angriff auf Iran. Die stärksten arabischen Länder nehmen auch niemandem etwas übel, da sie keinen offenen Konflikt zwischen den von Saudi-Arabien geführten Sunniten und den vom Iran unterstützten Schiiten riskieren wollen. ... Es wird noch viel Blut fließen, doch die wichtigen Akteure auf dem diplomatischen Parkett werden weiterhin ihren blutigen Tango tanzen. Und keiner wird sie fragen, welcher Preis dafür in Syrien gezahlt werden musste."
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