Der Standard - Österreich | Montag, 30. Juli 2012
Zweierlei Maß bei Massenmördern
Nach dem Amoklauf bei der Batman-Premiere in einem Kino im US-Bundesstaat Colorado am 20. Juli hat sich US-Präsident Barack Obama weder kritisch zu den Waffengesetzen geäußert noch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen verfügt. Wäre der Täter ein Muslim gewesen, hätten sowohl Politiker als auch Medien anders reagiert, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Wie beim (mutmaßlichen) norwegischen Massenmörder Anders Breivik wird versucht, den Täter von der Gesellschaft, in der er gelebt hat, zu isolieren - ohne über ein Beweismittel zu verfügen. Hätten [der mutmaßliche Täter in Colorado] Holmes oder Breivik eine arabische Abstammung, wäre den Journalisten nie in den Sinn gekommen, die Attentäter als Fall für die Nervenklinik zu beschreiben. ... Diese Art von Gewalttätern wird sofort mit Religion und Herkunftsvolk identifiziert, der Islam ganz allgemein als mitverantwortlich bezeichnet, und sei es auch nur in Form der Aufforderung, islamische Funktionäre und Imame hätten sich sofort von jeglicher Art der Gewalt zu distanzieren."
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