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De Groene Amsterdammer - Niederlande | Freitag, 3. August 2012

Frank de Vree über die Macht der düsteren Krisenrhetorik

Seit zwei Jahren warnen Politiker, Medien und Ökonomen vor dem Ende des Euros. Doch wie schlimm ist es wirklich, fragt der Amsterdamer Professor für Medienwissenschaft Frank de Vree in der linken Wochenzeitung De Groene Amsterdammer: "In dieser Finanzkrise scheinen Medien und Politik zu schnell einer von Sensationssucht genährten Krisenrhetorik nachzugeben. Dabei erhalten extreme Standpunkte und Parteiinteressen breiten Raum, ein Hype folgt dem nächsten und Debatten werden zu reiner Kakofonie. Und wie so oft im Dunstkreis der Ökonomie werden Krisennachrichten zur self-fulfilling prophecy. Wenn jeder ruft, dass es schlechter wird, dann wird es auch schlechter. Während die Mechanismen und Mächte, die die Schocks auf den Finanzmärkten verursachen oder von ihnen profitieren, zum größten Teil undeutlich bleiben, haben wir Bürger den Durchblick verloren. Wir wissen nicht, wie es wirklich um uns steht und ob diese Krise tatsächlich nur Verlierer kennt, wie suggeriert wird. Was bleibt, ist ein Gefühl, dass wir, wir als Europa, ein Spielball von unkontrollierbaren oder zumindest unsichtbaren finanziellen Mächten und Prozessen geworden sind."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 3. August 2012

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