Navigation

 
Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 6. August 2012

Partnerwahl von Athleten ist Privatsache

Die deutsche Ruderin Nadja Drygalla ist in der Nacht zum Freitag vorzeitig von den Olympischen Spielen abgereist, nachdem bekannt worden war, dass sie mit einem Neonazi liiert ist. Die deutschen Medien diskutieren seitdem, ob Olympioniken Kontakte zu Angehörigen der rechtsextreme Szene pflegen dürfen. Für die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung ist die öffentliche Vorverurteilung der Sportlerin ungerecht: "Kaum jemand fragt danach, welche Schuld Nadja Drygalla auf sich geladen hat - und ob man eine Athletin schlicht wegen ihrer Partnerwahl ächten darf. Es ist ein Stochern im Nebel - und im Privatleben einer jungen Sportlerin. Ein Mädchen verliebt sich in einen Jungen. Was sie vereint, ist Gegenstand von Spekulation. Die Liebe zum Rudersport vielleicht, den auch ihr Partner einst ausgeübt hat. Und sonst? Die Gesinnung? Beweise gibt es dafür bislang nicht. ... Auch in London mühte man sich, hervorzuheben, Nadja Drygalla stehe 'auf dem Boden des Grundgesetzes' und habe sich zu den 'Werten der Olympischen Charta' bekannt. Solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, muss die Gesellschaft wohl auch die Partnerwahl der Sportlerin ertragen."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 6. August 2012

Weitere Inhalte