De Volkskrant - Niederlande | Montag, 6. August 2012
Euro-Zone kämpft eine verlorene Schlacht
Griechenland ist nach Einschätzung der internationalen Geldgeber bei seinen Sparbemühungen vorangekommen, muss den eingeschlagenen Kurs aber konsequent fortsetzen. Nach dem Besuch der Troika in Athen wird ihr neuer Bericht nun für Ende September erwartet. Das Urteil steht aber schon fest, denn eine Pleite Griechenlands ist tabu, meint der Kulturhistoriker Thomas van der Dunk in der linksliberalen Tageszeitung De Volkskrant: "Abgesehen von dem Chaos würde eine Pleite auch bedeuten, dass andere europäische Länder ihr verliehenes Geld nicht zurück bekämen. Wichtiger noch: Europäische Politiker müssten dies öffentlich anerkennen und zugeben, dass sie unrecht hatten. Allen voran [der niederländische Finanzminister] Jan-Kees de Jager. Das wäre für die Befürworter einer stärkeren europäischen Integration eine enorme psychologische Niederlage und Wasser auf die Mühlen der Euro-Skeptiker und Populisten: Der Wähler wird sehen, dass sie recht hatten. Daher wird dieser Schritt solange wie möglich hinausgezögert. Das weiß auch Athen. Es ist wie mit den Generälen im Ersten Weltkrieg: Weiter kämpfen ist sinnlos, aber man kann dies nicht zugeben. Weil sonst alle Opfer umsonst waren. Also kämpft man weiter."
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