Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 8. August 2012
Lieber Familien fördern statt Partnerschaften
Mehrere CDU-Abgeordnete haben eine Initiative zur steuerlichen Gleichstellung von homosexuellen Paaren und Eheleuten gestartet. Sie haben damit gute Erfolgsaussichten, prognostiziert die linksliberale Süddeutsche Zeitung, aber noch besser wäre es, über eine massive steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern zu sprechen: "Das Bundesverfassungsgericht will in den nächsten zwölf Monaten darüber entscheiden, ob die steuerliche Ungleichbehandlung von Ehen und [homosexuellen] Lebenspartnerschaften gegen das Grundgesetz verstößt. Wenn die Regierung eine weitere peinliche Niederlage vermeiden will, muss sie das Ehegattensplitting [die steuerliche Entlastung von Ehepaaren] jetzt selbst auf die Lebenspartnerschaften ausweiten. ... Über die beste Lösung redet in der Union bisher leider kaum jemand: die Umwandlung des Ehegatten- in ein Familiensplitting. Mehr als 15 Milliarden Euro kostet das Ehegattensplitting den Staat jährlich. Neben Familien fördert er damit auch Millionen kinderloser Ehepaare. Statt diese Wohltat jetzt auch auf homosexuelle Paare auszuweiten, sollte die Regierung sie lieber allen [kinderlosen] nehmen. Auch das wäre eine Gleichstellung."
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