La Repubblica - Italien | Mittwoch, 8. August 2012
Giovanni di Lorenzo beschwichtigt Deutschland und Italien
In der Euro-Krise müssen vor allem Italien und Deutschland sich vor dem Wiederaufkommen alter Vorurteile hüten, mahnt Giovanni di Lorenzo. Der Herausgeber der Wochenzeitschrift Die Zeit fordert in der linksliberalen Tageszeitung La Republicca die Politiker auf, klärend der Ausuferung gegenseitiger Beschimpfungen entgegenzuwirken: "Meiner Meinung nach herrscht in der öffentlichen Meinung, aber leider auf auch Regierungsebene, ein fatales gegenseitiges Unverständnis. In Italien neigt man dazu, Merkel für die Probleme Italiens verantwortlich zu machen - und im besten Fall erwartet man von ihr deren Lösung. ... Es ist eine infantile Erwartungshaltung, dass die Mamma die Probleme, die doch ihre Ursachen in Italien haben, aus der Welt schaffen könnte. In Deutschland hingegen tendiert man zum übertriebenen Selbstmitleid. Als ob Deutschland das einzige Land wäre, das für die Schulden anderer aufkommt. … Zum Glück besteht bisher nicht die Gefahr, dass Deutschland seinen eigenen Weg geht. Doch um dies zu verhindern, muss den Bürgern unserer Länder erklärt werden, warum gewisse Entscheidungen unerlässlich sind. Noch ist die Stunde der Populisten nicht gekommen, doch rückt sie näher, wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen."
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