La Repubblica - Italien | Freitag, 10. August 2012
Die EZB blufft
Die Europäische Zentralbank hat in ihrem Monatsbericht am Donnerstag vor den hohen Risikoprämien für Staatsanleihen in der Euro-Zone gewarnt und erneut ihre Bereitschaft zu einem Eingriff signalisiert. Die EZB blufft, schimpft die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Mit ihrem Monatsbericht fordert die EZB Italien und Spanien mehr oder minder unverblümt auf, Hilfen aus dem Rettungsfonds zu beantragen, bevor sie ihre Pläne eines Anleihenkaufs umsetzt. Damit knüpft die EZB ihre Hilfe an zwischenstaatliche Abkommen, bei denen sie gar nicht mitzureden hat. Dieses Vorgehen hat den paradoxen Effekt, dass es ein Eingreifen der EZB wirkungslos machen würde. Denn der Eurotower [Sitz der EZB] schreitet erst im äußersten Notfall ein, wenn die Länder mit dem Rücken zur Wand stehen und ihre Glaubwürdigkeit auf den Märkten verloren haben. Insgeheim scheint die EZB also doch zu hoffen, dass die Länder keine Anträge stellen und die Ankündigung ihrer Hilfsbereitschaft schon genügt. Ein Bluff, dessen Wirkung die EZB testen will."
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