România Liberă - Rumänien | Montag, 13. August 2012
Für Ovidiu Pecican ist Rumäniens politische Krise systemimmanent
Rumänien steckt seit Monaten wegen des umstrittenen Amtsenthebungsverfahrens gegen Präsident Traian Băsescu in einer schweren politischen Krise. Doch der rumänische Machtkampf ist nicht die Ursache der Krise, sondern das akute Symptom eines viel tiefer liegenden Problems der Selbstwahrnehmung der Politik, argumentiert der Schriftsteller Ovidiu Pecican in der Tageszeitung Romania Libera: "Nicht alle politischen Entscheidungsträger werden direkt oder indirekt gewählt, einige von ihnen werden nach intransparenten, ja sogar offenbar parteiischen Maßstäben ernannt. Selbst die gewählten Politiker halten eher ihrem eigenen Anführer und ihrer eigenen Partei die Treue und weniger dem Programm, für das sie von den Wählern bestätigt wurden. Das führt zu einem sofortigen Bruch zwischen Bevölkerung und gewählten Politikern. Die politische Sphäre wird somit auf unglückliche Weise autonom. ... Und der mehrheitliche Rest der Bevölkerung ist in der Interessensabwägung der Politiker nichts mehr wert. Das politische Establishment wird zur selbsterhaltenden Kaste. ... Niemand wahrt mehr das Interesse der Gesellschaft und der Öffentlichkeit."
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