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La Repubblica - Italien | Dienstag, 14. August 2012

Kirche kann Vatileaks nicht kleinreden

Der ehemalige Kammerdiener von Papst Benedikt XVI., Paolo Gabrieli, muss sich wegen Diebstahls vor einem vatikanischen Gericht verantworten, wie ein Vatikansprecher am Montag mitteilte. Beweise und ein Geständnis seien ausreichend, um Anklage zu erheben. Die Kirche versucht, den Fall zu verharmlosen, doch das wird nicht gelingen, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Was uns nun geboten wird, ist ein armer Sünder, der sich winziger Fehltritte schuldig gemacht hat, kein kühler Verschwörer - ein reuiger Sünder noch dazu, dem es so rasch wie möglich zu vergeben gilt. ... Glaubt der Vatikan wirklich, dass er mit diesem Verfahren und der voraussichtlich väterlich milden Strafe den Schlussstrich unter die Kontroverse ziehen kann? Es gibt eine Reihe von Fakten, die seit geraumer Zeit nicht nur das Gewissen der Katholiken auf der ganzen Welt plagen. ... Die Eröffnung des Hauptverfahrens kann Fragen, die den Vatikan und seinen internen Machtkampf betreffen, nicht beantworten. Noch weniger kann sie die dunklen Wolken vertreiben, die sich seit geraumer Zeit um die Finanzen des Vatikans ballen. Eines ist gewiss - wir sind erst am Anfang."

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