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Népszabadság - Ungarn | Mittwoch, 15. August 2012

Ungarn überlässt Roma den Rechtsradikalen

In der westungarischen Gemeinde Devecser sind am Sonntag rechtsradikale paramilitärische Gruppen aufmarschiert, um die dort lebenden Roma nach einem Nachbarschaftsstreit einzuschüchtern. Die Polizei sah tatenlos zu. Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság fürchtet, dass die Gegensätze zwischen ungarischer Mehrheitsgesellschaft und der Roma-Minderheit sich dramatisch zuspitzen: "Für die rechtsradikalen Gruppierungen war der Streit ein willkommener Anlass, ihre Überzeugungen zu demonstrieren und die Roma öffentlich als Parasiten und genetischen Abfall zu bezeichnen. ... Die Roma wollen nicht in einer Gesellschaft leben, wo die vergiftete Atmosphäre Familien zerstört, wo bi-ethnische Ehen zerbrechen, wo Psychologen Roma-Kinder behandeln müssen, weil diese die Einschüchterungen der Rechtsradikalen nicht mehr ertragen können, wo die Polizei nicht einschreitet und so Gesetzlosigkeit legitimiert - und das im Herzen Europas. ... Der ungarische Staat hat die Roma aufgegeben. Es ist kaum verwunderlich, dass sie sich nun selbst verteidigen wollen. Dies birgt die reale Gefahr offener Konflikte."

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