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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 16. August 2012

Flüchtlingselend gebiert Radikale

Schätzungen zufolge sind mehr als 60.000 Syrer vor dem Bürgerkrieg in die benachbarte Türkei geflohen, etwa doppelt so viele nach Jordanien. Den Flüchtlingen in den Zeltstädten zu helfen ist nicht nur eine Frage der Moral, sondern auch des Eigeninteresses, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Flüchtlingsströme sind auch ein politischer Faktor. Die Vertreibung der Palästinenser bei Gründung des Staates Israel destabilisiert die Region bis heute. ... In Jordanien planten palästinensische Guerillas einst den Sturz des Königs, der sie im 'Schwarzen September' 1970 brutal vertreiben ließ. Im Libanon, ihrer neuen Zuflucht, brachten sie die heikle konfessionelle Balance zwischen Christen und Muslimen aus dem Gleichgewicht. ... Flüchtlingslager sind Brutstätten des Radikalismus. Die afghanischen Taliban sind aus den pakistanischen Flüchtlingslagern im Grenzgebiet erwachsen, mehr noch: auch die pakistanischen Radikalen rekrutieren aus dem Heer der Ungebildeten, Verbitterten, Heimatlosen ihren Nachwuchs … Es gibt eine moralische Verpflichtung, den syrischen Flüchtlingen zu helfen, und sei es mit Geld. Mindestens ebenso groß aber sollte das Eigeninteresse sein."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 16. August 2012

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