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Galamus - Ungarn | Donnerstag, 16. August 2012

Ungarns Regierung instrumentalisiert Olympia

Ungarns nationalkonservative Regierung hat angesichts der 17 ungarischen Medaillen bei den Olympischen Spielen den Sportlern euphorisch gratuliert. Der Publizist György Lázár macht auf dem linksliberalen Meinungsportal Galamus darauf aufmerksam, dass der inbrünstige Nationalstolz sonderbar anmutet: "Auch in den USA werden die Sportler für ihre Leistungen gefeiert, doch kommt es den Politikern nicht in den Sinn, die vielen Medaillen als Beweis für die nationale Größe der USA zu betrachten. Anders in Budapest. Dort sagte der stellvertretende Premier Zsolt Semjén, dass die Olympischen Spiele bewiesen hätten, dass auch ein kleines Volk eine große Nation sein könne. ... Da ist zum Beispiel die dreifache Ruder-Olympiasiegerin und Bronzemedaillengewinnerin in London, Natasa Janics. Janics wurde in Jugoslawien geboren, bis zum Jahr 2000 ruderte sie in den Nationalfarben Serbiens, ehe sie die ungarische Staatsbürgerschaft bekam. ... Die Ruderin Danuta Kozák wiederum, die in London zwei Goldmedaillen gewann, hat eine polnische Mutter. ... Freilich, es ist großartig, wenn die Ungarn bei internationalen Wettkämpfen ihren Landsleuten die Daumen drücken. In Ungarn ist die Sache allerdings aus dem Lot geraten: Der Sport ist ausschließlich zum Instrument der nationalistischen Regierungspolitik geworden."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 16. August 2012

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