Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 17. August 2012
Israels Drohungen führen zu Regionalkonflikt
Nach Einschätzung von US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat Israel noch nicht über einen Angriff auf Atomanlagen im Iran entschieden. Doch die Planungen dafür sind offenbar weit fortgeschritten. Mit einem Präventivschlag würde Premier Benjamin Netanjahu die derzeit stabile innenpolitische Situation in Israel aufs Spiel setzen, analysiert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Mit seinen Kriegsdrohungen steht Netanjahu auf breiter Front als Gewinner da. ... Zu Hause demonstriert längst schon keiner mehr gegen die hohen Lebenshaltungskosten, wo es doch jetzt Gasmasken umsonst gibt. Amerikaner und Europäer nerven nicht mehr mit ihren ständigen Mahnungen zur Wiederaufnahme des Friedensprozesses und schweigen still zum Siedlungsbau. ... [Doch] bei einem militärischen Alleingang gegen Iran könnte Netanjahu all das, was er gewonnen hat, auf einen Schlag verlieren. Der Westen, der ihn jetzt so angenehm in Watte packt, wird ihm kaum verzeihen, dass er mitten in den arabischen Aufbruch hinein einen neuen Regionalkonflikt heraufbeschwört und obendrein die Weltwirtschaft wegen steigender Ölpreise ins Wanken bringt."
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