Ta Nea - Griechenland | Donnerstag, 16. August 2012
Michalis Mitsos über den Rassismus der griechischen Gesellschaft
In Griechenland häufen sich rassistische Übergriffe auf Einwanderer. Der Kolumnist Michalis Mitsos kritisiert in der linksliberalen Tageszeitung Ta Nea, dass die Gesellschaft solche Attacken tolerieret: "Man liest über die täglichen Angriffe auf Einwanderer in Griechenland und ist empört über die Brutalität der Täter, die Unfähigkeit der Polizei, die Apathie der Regierenden. ... Der organisierte, parlamentarisch legalisierte Rassismus hat sich in unserer Gesellschaft festgesetzt und ist nicht auszurotten. Im Gegenteil, es wird noch wildere Zeiten geben. … Einer der bitteren Folgen der Krise ist, dass wir uns an die Finsternis gewöhnt haben, schrieb F. gestern auf Facebook. Er meinte die Art von Finsternis, die durch die fehlende Hoffnung und den Mangel an Solidarität auf die Herrschaft der Hässlichkeit folgt. Gibt es einen Ausweg? Vielleicht Neuwahlen? ... Nein! Die Wunde sitzt so tief, da müssen schon radikale Dinge passieren. … Man liest die Beschreibung des mörderischen Angriffs auf einen irakischen Einwanderer am Sonntag und ist davon überzeugt, dass manche Bücher obligatorisch in den griechischen Schulen durchgenommen werden sollten. Vor allem die 'Banalität des Bösen' von Hannah Arendt."
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