Die Presse - Österreich | Dienstag, 21. August 2012
Prozess gegen Gu Kailai galt ihrem Mann
Ein Gericht in Hefei in China hat am Montag die Politikergattin Gu Kailai wegen Mordes zum Tode verurteilt, die Strafe wird voraussichtlich in lebenslange Haft umgewandelt werden. Der Prozess war eigentlich gegen ihren Ehemann Bo Xilai gerichtet, denn der hatte zu deutlich nach der Macht gegriffen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse: "Der Sohn eines Weggefährten von Mao Tse-tung hat es gewagt, das Regime der Pekinger Parteielite herauszufordern. Seine populistische Kampagne gegen Korruption in der 30-Millionen-Metropole Chongqing samt Wiederbelebung des Mao-Kults war nichts anderes als ein Griff nach der Macht. ... Wie es mit dem gefallenen roten Erzengel weitergeht, wird sich erst weisen. Die suspendierte Todesstrafe gegen seine Frau und die zeitgleich gefällten Urteile gegen hohe Polizeibeamte von Chongqing wegen Beihilfe und Vertuschung sind wohl ein Druckmittel - gegen Bo selbst wurde keine Anklage erhoben. ... Doch er weiß genau, dass er rasch in die Schusslinie geraten kann, sollte er es wagen, die bevorstehende Wachablöse an der Spitze von Staat und Partei zu stören."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Justiz, » China
Alle verfügbaren Texte von » Michael Laczynski
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 21. August 2012