Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 23. August 2012
Samaras eröffnet letzten Akt im Euro-Drama
Europa stehen die vielleicht wichtigsten Wochen seiner jüngsten Geschichte bevor, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung und mahnt zur Geschlossenheit: "Es urteilt das deutsche Verfassungsgericht, es berichtet die Troika, dann folgt der EU-Gipfel am 18.Oktober. Nun eröffnet Griechenlands Premier Antonis Samaras [vor seinem Besuch bei Bundeskanzlerin Merkel am Freitag] diesen womöglich letzten Akt im Währungs-Drama, er setzt geschickt den Ton, wirbt, verspricht, zeigt sich reuig und einsichtig - aber er ist längst nicht mehr in einer Position, in der er über das Schicksal seines Landes entscheiden kann. Er kann nur Stimmungen beeinflussen. Die Choreografie der kommenden Wochen macht deutlich, dass Europa nur durch die kombinierte Anstrengung all seiner Akteure die Krise überwinden wird. Spielt einer nicht mit - das Verfassungsgericht, der Bundestag, der französische Präsident -, dann ist Griechenlands Schicksal besiegelt. Glaubt einer der Akteure, er müsse seinen Beitrag für die Rettung der Währung nicht leisten (etwa bei der dringend nötigen Ausgestaltung der europäischen Bankenunion), dann wird es ebenfalls keine Lösung geben."
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