La Stampa - Italien | Freitag, 24. August 2012
Domenico Quirico über die Parallelen zwischen Syrien-Konflikt und spanischem Bürgerkrieg
Auf ihrem Treffen in Berlin am Donnerstag haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Frankreichs Präsident François Hollande den UN-Sicherheitsrat gedrängt, angesichts der humanitären Lage in Syrien endlich 'notwendige Beschlüsse' zu fassen. Nichts als leere Worte, empört sich Domenico Quirico in der liberalen Tageszeitung La Stampa. Der Experte für internationale Beziehungen argumentiert, dass sich der Westen wie 1936 im spanischen Bürgerkrieg durch Zuschauen der Mittäterschaft schuldig macht: "Damals stand auf der einen Seite Franco, dessen mächtige und gnadenlose Armee schamlos von den Alliierten, also den faschistischen Regimes Deutschlands und Italiens, mit Waffen beliefert wurde. Heute steht auf dieser Seite Bashar al-Assad, der entschlossen ist, das Syrien der Rebellen in Schutt und Asche zu legen - mit Kampfflugzeugen, Hubschraubern, Waffen und Panzern, die Russland und China schamlos liefern. Auf der anderen Seite standen damals Spaniens Republikaner. ... Die westlichen Demokratien halfen ihnen nicht. Und heute helfen sie - abgesehen von ihrem leeren Gerede - der Freien Syrischen Armee nicht. ... Mit seiner als geopolitischer Vorsicht getarnten Feigheit treibt der Westen die syrischen Rebellen Tag für Tag in die Fänge des islamischen Fanatismus. ... So wird der Kampf eine andere Form annehmen, die uns wenig gefallen wird: Terrorismus. Dabei werden die Rebellen nicht vergessen, dass wir nichts getan haben."
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