Delfi - Litauen | Donnerstag, 23. August 2012
Religiöse Symbole sind nicht unantastbar
Aktivistinnen der ukrainischen Femen-Bewegung haben am 17. August aus Protest gegen das Urteil gegen Pussy Riot ein katholisches Kreuz in Kiew abgesägt. Viele kritisierten, diese Aktion habe jegliches Maß an Moral überschritten. Doch die Philosophin Nida Vasiliauskaitė vertritt im Portal Delfi eine andere Meinung: "Die Femen-Frauen haben dieses Symbol gewählt, weil eben auch ein Kreuz das Einsperren von Pussy Riot erwirkt hat. Nur war es nicht ein Kreuz aus Holz, sondern das Kreuz, das über den Patriarchen Russlands herrscht. Ich bin nicht sicher, ob diese Aktion einen praktischen Nutzen haben wird. Aber wenn ein Wunder geschähe und das Absägen eines Kreuzes reichen würde, um den Frauen die Freiheit zurückzugeben, wäre es unmoralisch, es nicht abzusägen. Denn so viel Verehrung für das Kreuz würde bedeuten, dass ihm lebendige Menschen geopfert werden - im Grunde eine unchristliche Götzenverehrung. Symbole sind nicht unantastbar, besonders dann, wenn sie zu einem Gefängnis werden und inakzeptable Geschehnisse symbolisieren."
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