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taz - Deutschland | Dienstag, 28. August 2012

Medien ignorieren Gedenken an Rostocker Pogrom

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Sonntag in seiner Rede zu den rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 20 Jahren eine wehrhafte Demokratie gefordert. Im August 1992 hatten mehrere hundert Rechtsradikale, angefeuert von tausenden Zuschauern, tagelang die ausländischen Bewohner eines Rostocker Wohnhauses terrorisiert. Die öffentlich-rechtlichen Sendern haben das Gedenken am vergangenen Wochenende weitgehend ignoriert, beklagt die linke Tageszeitung taz: "Hätte der Spartensender Phoenix dem Anlass nicht vor ein paar Tagen einen ganzen Themenabend gewidmet - der Totalausfall wäre komplett gewesen. … Nicht mal der Norddeutsche Rundfunk hielt es für nötig, auch nur die Sonntagsrede des Bundespräsidenten zu übertragen. … Schlimmer ist, dass damit mal wieder eine Gelegenheit verpasst wurde, über rassistisches Denken und Handeln in Deutschland zu sprechen. Der Bundespräsident hat in Rostock über die 'Angst vor dem Fremden' gesprochen, die sich bei manchen bis zum Hass steigern könne, und darüber, warum solche Gefühle in Ostdeutschland besonders verbreitet sind. Das Wort Rassismus vermied er, und über die berechtigten Ängste und die Wut - etwa von Migranten - verlor er, wie die öffentlich-rechtlichen Medien, dagegen kaum ein Wort."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 28. August 2012

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