Magyar Hírlap - Ungarn | Dienstag, 28. August 2012
László Bogár über den globalen Wachstumswahn
Der Imperativ eines unendlichen Wirtschaftswachstums ist eine Schimäre, kritisiert der linksnationale Philosoph László Bogár in der rechtskonservativen Tageszeitung Magyar Hírlap: "Wer sich heute erdreistet, die Notwendigkeit und den Segen des permanenten Wirtschaftswachstums infrage zu stellen oder gar zu kritisieren, wird mit Spott und Häme bedacht. Gleichwohl gibt es einige Dinge, über die wir nachdenken sollten. Zuerst einmal sollten wir uns mit der Frage von Quantität und Qualität beschäftigen. Ist es denn wirklich sinnvoll, ein Wachstum um jeden Preis zu haben, egal um was es sich dabei handelt?! Wenn etwa das Volumen von Tätigkeiten wächst, die mit größeren ökologischen oder sozialen und kulturellen Schäden einhergehen, als sie die materiellen Güter mehren, dann macht das Wachstum eine Gesellschaft eindeutig ärmer. … Wenn ein Land heute ein Wirtschaftswachstum von ein bis zwei Prozent aufweist, wird gleich von Stagnation gesprochen. Doch projizieren wir dieses unhaltbar 'niedrige' Wachstum einmal in die ferne Zukunft. ... Würde die Weltwirtschaft 500 Jahre lang bloß um ein Prozent pro Jahr wachsen, würde ihre Wirtschaftsleistung um das 143-fache steigen, innerhalb von 1.000 Jahren sogar um das 21.000-fache!"
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