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Népszava - Ungarn | Montag, 3. September 2012

Für Ungarn zählt Geld mehr als Gerechtigkeit

Armenien hat am Freitag alle diplomatischen Beziehungen zu Ungarn abgebrochen. Grund ist armenischen Angaben zufolge die Auslieferung des in Ungarn zu lebenslanger Haft verurteilten aserbaidschanischen Soldaten Ramil Safarow, der bei einem Nato-Lehrgang 2004 einen armenischen Kameraden erschlagen hatte. In seiner Heimat wurde Safarow von Präsident Ilham Aliyev sofort begnadigt, seither wird er als Volksheld gefeiert. Die regierungskritische linke Tageszeitung Népszava ärgert sich über das diplomatische Vorgehen der Regierung von Viktor Orbán: "Die ungarische Regierung hat den größten diplomatischen Skandal der vergangenen Jahrzehnte verursacht, indem sie Ramil Safarow an Aserbaidschan ausgeliefert hat. ... Aserbaidschan wird vom offiziellen Ungarn seit einiger Zeit umschwärmt. Die Regierung Orbán sieht in dem ölreichen kaukasischen Staat einen Retter, der ungarische Staatsanleihen kauft. ... Für sie wiegen Dollar-Milliarden mehr als Ehre und Gerechtigkeit. Kurzfristig mag das aserbaidschanische Geld die Sorgen der ungarischen Wirtschaft zwar lindern, doch hat unser Land den letzten Rest an Achtung in Europa und der Welt verspielt."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 5. September 2012

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