Financial Times Deutschland - Deutschland | Freitag, 7. September 2012
Solar-Krieg schadet EU und China
Die EU-Kommission will die Dumping-Vorwürfe europäischer Solarfirmen gegen chinesische Konkurrenten prüfen und ein entsprechendes Verfahren einleiten. Die EU-Behörde könnte von November an vorläufige Strafzölle verhängen. Doch der Handelskrieg, den sie damit riskiert, würde beiden Seiten schaden, warnt die liberale Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland: "Faktisch wird die Kommission ... zur Erkenntnis kommen müssen, dass der Wettbewerb unfair ist. ... [Doch] das Anti-Dumping-Verfahren gegen China muss trotz der begründeten Vorwürfe nicht zwingend mit Strafzöllen enden. Beide Seiten sollten die Zeit für Verhandlungen nutzen. Vielleicht lenkt die chinesische Regierung ein, auch wenn das derzeit unwahrscheinlich erscheint. Strafzölle schaden der Weltwirtschaft jedenfalls mehr, als sie einzelnen Beteiligten nützen. Selbst für Europa hätten sie negative Rückwirkungen: Die Solartechnik würde teurer werden, die Nachfrage zurückgehen. Das Revanchefoul könnte auch die Handwerker schmerzen, die auf die Installation der Anlagen spezialisiert sind."
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