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Blog EUROPP - Großbritannien | Donnerstag, 20. September 2012

André Krouwel über die kurzlebige Euro-Freundlichkeit der Niederlande

Den Erfolg der Parteien der Mitte bei den niederländischen Parlamentswahlen hält der Politikwissenschaftler André Krouwel auf dem Blog EUROPP der London School of Economics für ein kurzlebiges Phänomen, da frühere Erfolge populistischer Parteien die politische Kultur im Land nachhaltig verändert habe: "Die gemäßigte politische Mitte ist aus der niederländischen Politik so gut wie verschwunden. Die Parteien sind auf moralisch-kultureller Ebene polarisiert, seit Pim Fortuyn und Geert Wilders diesen Bereich politisiert haben. Über das letzte Jahrzehnt hinweg hat sich die niederländische Gesellschaft bei kulturellen Themen immer tiefer gespalten, vor allem was Einwanderung, Integration von (muslimischen) Minderheiten und die Europäische Union betrifft. Das 2005 abgehaltene Referendum zum europäischen Verfassungsvertrag hat die Euroskepsis vertieft und bestärkt. Inzwischen wirbt Geert Wilders gar für einen Ausstieg aus der EU und die Rückkehr zum Gulden. ... Bei der Parlamentswahl haben 2,3 Millionen Menschen Euro-kritische Parteien gewählt - das ist immerhin ein Viertel der gesamten Wählerschaft. Die Annahme, dass diese Wahl eine Rückkehr zu politischer Normalität und Stabilität ist, scheint unbegründet."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 20. September 2012

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