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Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 20. September 2012

Polens Staatsanwälte sind völlig überfordert

In Polen stehen Staatsanwälte in der Kritik, bei der Amber-Gold-Affäre um eine inzwischen insolvente Investmentfirma und deren Verbindungen in die Politik unzureichend ermittelt zu haben. Die fehlende Spezialisierung vieler Ankläger und die Arbeitsüberlastung sind Hauptgründe dafür, wirbt der Staatsanwalt Michał Gabriel-Węglowski in der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza um Verständnis: "Man kann doch nicht erwarten, dass derselbe Mensch ebenso über Familienstreitigkeiten entscheiden kann wie über Totschlagsfälle, Delikte im Straßenverkehr oder Wirtschaftsfragen - egal, ob er nun Fachmann ist oder nicht. Gerade Familienstreitigkeiten sind ja oft schwierige und besonders delikate Probleme, auch wenn dies zunächst nicht den Anschein hat. ... Wenn ein Staatsanwalt, der mit Arbeit zugeschüttet ist, alles wissen soll, dann kann er ja wohl nichts richtig wissen. ... Dazu kommt, dass der ständige Druck, eine möglichst große Zahl an Fällen möglichst schnell zu bearbeiten, Frustration hervorvorruft. Das führt auch dazu, dass Verfahren fehlerhaft sind und eingestellt werden."

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