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Wiener Zeitung - Österreich | Donnerstag, 20. September 2012

Für George Soros kann Deutschland die Euro-Zone verlassen

Zur Bewältigung der Euro-Krise könnte Deutschland aus dem Euro aussteigen, schlägt der US-amerikanische Investor George Soros in der staatlichen liberalen Wiener Zeitung vor: "Meiner Einschätzung nach ist es das Beste, Deutschland davon zu überzeugen, sich zu entscheiden, ob es ein wohltätigerer Hegemon sein oder den Euro verlassen will. Wenn Deutschland geht, dann wird der Euro abgewertet. Damit würde sich die Schuldenlast real verringern, und die Schuldnerländer würden ihre Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangen. Die Gläubigerländer müssten Verluste hinnehmen, würden jedoch danach trachten, diese so gering wie möglich zu halten. Das würde letztendlich zu John Maynard Keynes Traum einer internationalen Währung führen, bei der Gläubiger und Schuldner die Verantwortung zur Erhaltung der Stabilität teilen. Es mag überraschen, aber die Eurozone würde auch ohne Deutschland in fiskalen Standardgrößen besser als Großbritannien, Japan oder die USA abschneiden. Ein Austritt Deutschlands wäre ein störendes, aber verkraftbares Einmal-Event - anstelle eines chaotischen und fortgezogenen Dominoeffekts, der ein Schuldnerland nach dem anderen aus dem Euro drängt, sei es durch Spekulation oder Kapitalflucht."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 21. September 2012

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