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Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung - Deutschland | Sonntag, 23. September 2012

Wolf Lotter über das vermeintliche Komplott von Politik und Finanzwelt

Der Kapitalismus richtet sich gegenwärtig selbst zugrunde, weil er diejenigen fördert, die auf sein Ende hinwirken, erklärt der Journalist Wolf Lotter in der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung und fühlt sich an die Lehren des österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter erinnert: "Es ist fast gespenstisch, wie sehr sich Joseph Schumpeters ... Prognose bewahrheitet hat, dass der Kapitalismus gerade die fördert, die an seinem Untergang arbeiten. ... Nicht eine irrationale Logik der Märkte ... ist die Ursache unserer Probleme, sondern die Logik der Macht und ihrer Erhaltung, bei der die einen, - die Politik - die Begehrlichkeiten bedienen, während die anderen - die Finanzindustrie und ihr Management - dafür sorgen, dass genügend Geld für diese Politik der Brot und Spiele, die euphemistisch Sozialstaat genannt wird, zur Verfügung stehen. Das steckt hinter Griechenland, Spanien, Portugal, der Immobilienkrise - nein, das steckt hinter allem, was sich im wohlanständigen Westen in den vergangenen Jahrzehnten ereignete. Die Krisen sind das Produkt der Verflechtung von Politik und Finanzindustrie. Das ist aber keine Verschwörung, ... sondern das Ergebnis purer und reinster Demokratie, die allerdings im ökonomischen Bereich völlig bewusstlos ist."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 24. September 2012

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