The Economist - Großbritannien | Dienstag, 25. September 2012
Wütende Muslime in der Minderheit
Gegen den Anti-Islam-Film demonstriert lediglich eine wütende Minderheit, betont das wirtschaftsliberale Magazin The Economist und kritisiert die Berichterstattung über die Proteste als übertrieben: "Wie bei früheren Ereignissen, bei denen Muslime über westliche Angriffe auf ihren Glauben klagten, haben sich auch dieses Mal ähnliche Szenen in der muslimischen Welt abgespielt - mit tragischen Folgen. Ihr Zorn war sicherlich echt und wurde von vielen Muslimen geteilt. Doch die Berichterstattung verschleiert eine deutliche Tatsache: So wie bei früheren Protesten lag die Zahl der Demonstranten bei einer Predigt in Kairo am Freitag bei wenigen hundert - an einem Platz, wo tausendmal größere Ansammlungen üblich sind. Inmitten einer Stadt von 20 Millionen Einwohnern gingen die meisten ihrer Arbeit nach. Die Jugendlichen, die Steine warfen, waren vielleicht ein Dutzend. Der Zorn richtete sich sowohl gegen die Polizei als auch gegen die westliche Welt. Die Straßenkämpfe erinnerten eher an Gewaltausbrüche bei einem Sportereignis als an den Kampf der Kulturen."
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