Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 27. September 2012
Ägyptische Muslime wegen Blasphemie vor Gericht
In Kairo hat die Staatsanwaltschaft gegen zwei Islamisten Anklage wegen Blasphemie erhoben, einer von ihnen soll während der Proteste gegen die US-Botschaft vor zwei Wochen in Kairo eine Bibel verbrannt haben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Mena wird das Verfahren am Sonntag beginnen. Das stimmt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung hoffungsvoll: "Säkular sieht anders aus. Wenigstens aber zieht die ägyptische Justiz nicht mehr eine Religion einer anderen vor. ... Die ägyptische Gesellschaft ist tiefreligiös, das gilt für Muslime wie für Christen. In die neue Verfassung soll erstmals ein Passus aufgenommen werden, dass nicht nur, wie bisher, das islamische Recht Hauptquelle der Gesetzgebung sei, sondern dass für Christen und Juden das Personenstandsrecht ihrer Konfession gelte. Im Sinne der säkularen Ordnungen des Westens ist das nicht. Aber es gibt, immerhin, hoffnungsvolle Zeichen, dass künftig Christen in Ägypten nicht schlechter behandelt werden als Muslime."
» weiterführende Informationen (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Justiz, » Ägypten
Alle verfügbaren Texte von » Rainer Hermann
Debatten verfolgen » Islamkritik und Meinungsfreiheit
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 27. September 2012