Népszava - Ungarn | Donnerstag, 27. September 2012
Orbán kontrolliert nun auch die Notenbank
Der ungarische Notenbankrat hat am Dienstag den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt. Notenbankchef András Simor und seine zwei Stellvertreter haben dagegen votiert, wurden jedoch von den vier Personen überstimmt, die der rechtskonservative Premier Viktor Orbán in das Gremium entsandt hatte. In den Augen der regierungskritischen linken Tageszeitung Népszava hat Orbán nun auch die Notenbank unter seine Kontrolle gebracht: "Für die Regierung gibt es keine schlechten Nachrichten mehr aus der Notenbank. Zwar ist András Simor Präsident geblieben, allerdings passiert im Notenbankrat nur noch das, was Premier Viktor Orbán und Wirtschaftsminister György Matolcsy für richtig halten. ... Orbán und Matolcsy erwarten sich von der Zinssenkung nicht zuletzt eine Ankurbelung des Wachstums und eine Belebung des Kreditgeschäfts. ... Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen: Die Inflation könnte weiter steigen und der Forint weiter an Wert verlieren."
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