Manager - Bulgarien | Freitag, 28. September 2012
Warum gehen die Bulgaren nicht auf die Straße?
In Griechenland, Spanien und Portugal demonstrieren wütende Bürger gegen die Sparpolitik ihrer Regierung. Im Nachbarland Bulgarien, wo es den Menschen viel schlechter geht, geht kaum jemand auf die Straße, konstatiert das Wirtschaftsmagazin Manager und erklärt, warum: "Die Bulgaren haben so viele Gründe, zu protestieren, dass sie gar nicht wissen, womit sie anfangen sollen. Egal ob Wirtschaft, Kriminalität, Justiz, Soziales, Gesundheit oder Bildung: Die Probleme sind so groß und bedrückend, dass sie die ganze Gesellschaft lahmgelegt haben. Einerseits haben die Menschen die Geduld verloren, andererseits zerfließen sie in Selbstmitleid darüber, dass der Staat dermaßen zugrunde gehen konnte. Außerdem trägt jeder eine individuelle Verantwortung für seine Familie, seine kranken Eltern und so weiter. ... Und da viele Familien Tag für Tag ums eigene Überleben kämpfen müssen, rückt der Tag des Protests in weite Ferne und die Demonstrationen bleiben halbherzig und sporadisch."
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