Reflex - Tschechien | Montag, 1. Oktober 2012
Tschechien entpuppt sich als Schnaps-Nation
Die Prager Regierung hat in der vergangenen Woche das Schnaps-Verbot aufgeweicht. Es war erlassen worden, weil seit Anfang September in Tschechien 26 Menschen an gepanschtem Alkohol starben. Nun darf wieder mit Schnaps gehandelt werden, der vor der Affäre hergestellt wurde. Die Wochenzeitung Reflex reflektiert die Zeit der "Prohibition": "Die Tschechen sind beileibe nicht nur eine Biernation, wie oft behauptet wird. Das Verbot von hartem Alkohol wirkte wie die Einführung des Standrechts, rief Trauer und regelrechte Verzweiflung hervor. Zum Start ins Wochenende scheint ein Schnaps einfach dazuzugehören. Doch der war auf einmal nicht mehr zu haben. Viele Leute schienen wie aus der Bahn geworfen. Es wird hierzulande sehr viel mehr Schnaps getrunken, als man glaubte. Der Konsum ist zu einer Modeerscheinung geworden. Schnaps ist zudem überall zu haben und sein Verkauf wird vom Staat kontrolliert. Doch genau da liegt die Gefahr. Wenn der Staat seine Aufsichtspflicht vernachlässigt, wird das Trinken zum russischen Roulette."
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Alle verfügbaren Texte von » Petr Volf
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